Freitag, der 14. August 2015
Die ursprüngliche Idee dieses Blogs war die Schilderung der Auszeit, die ich mir ab dem 1. April gönnen wollte. Ich habe mir gewünscht für eine unbestimmte Zeit möglichst frei leben zu können, um völlig ohne Druck meine Familie zu besuchen, Musik zu studieren und zu machen, was immer mir weiteres einfiele. Dabei war zusätzlich die Idee aufgekommen die Kosten einer solchen Zeit zu dokumentieren.

Das Interesse kam auf, weil sich, gefühlt, eine allgemeine Arbeitswut in diesem Land breit gemacht hat, in der Freizeit gar nicht mehr als Option zur Verfügung steht (Abgesehen von kurzen Urlauben und Feiertagen). Oder kannst Du Dir diese Welt so vorstellen, dass jeder Mensch, wann immer er möchte, arbeitet oder eben nicht arbeitet, völlig ohne Konsequenzen, mit bedingungslosem Grundeinkommen? Aber ich möchte auf keinen Fall politisch werden. Es geht hier nur um einen Traum und die Möglichkeit ihn umzusetzen. Der Standard ist so:
Man ist angestellt oder ist arbeitslos. Im letzteren Fall ist man alles andere als frei und muss Bedingungen erfüllen, damit man möglichst schnell wieder Arbeit findet. Wünscht man sich mehr Freiheit, kann man mit der Selbständigkeit einige Arbeitsfaktoren selbst bestimmen, muss allerdings dann auch die Altersvorsorge, die viel kompliziertere Steuererklärung usw. meistern. Man hat im Endeffekt mehr Freiheit aber weniger Freizeit.

Eines Tages überlegte ich mit meinen Kollegen, ob und wie es möglich wäre, einfach nicht mehr zu arbeiten. Das Gefühl sagte einem, dass man für so etwas im Lotto gewinnen muss. Was passiert, wenn man krank wird? Wie verhält sich das Arbeitsamt?
Wilde Theorien kamen auf und letztlich war es ganz einfach:

1.) Die Stelle kündigen.
2.) Dem Arbeitsamt mitteilen, dass man keine Ansprüche erheben möchte und keine Arbeit sucht.
3.) Die Krankenkassen bieten die Möglichkeit sich freiwillig zu versichern. Das kostet ca. 160 Euro im Monat.
4.) Vorher genug Geld sparen, um Essen, Miete, Versicherung und weitere persönliche Kosten bezahlen zu können.

Ab Mitte März war für mich ein Haken an allen Punkten. Ich began mit 25.000 Euro.




gruener-fuchs am 17.Aug 15  |  Permalink
Interessante Idee und mutiger Ansatz - ich bewundere es immer noch an dir. Man ist aber leider nur kurzfristig unabhängig. Irgendwann kriecht man wieder auf'm Zahnfleisch und beginnt von neuem im Hamsterrad.
Ich glaube ja, dass wir an unserem Lebensstandard was ändern müssen. Den schrauben wir nämlich nach und nach so hoch (weil wir das unterbewusst so suggeriert bekommen?!), dass wir für immer abhängig von einem Arbeitsplatz sind.
Doch warum nicht mit weniger zufrieden sein? Warum nicht einfach weniger arbeiten und sich dessen genug sein lassen was man damit bekommt?
Eine super Idee die ich letzten in der Richtung gefunden habe, sind komplett unabhängige Häuser: Earthships! (Einfach mal googlen bzw. auf WIki schauen). Das nenn ich mal Freiheit!
PS: die graue Farbe ist in den Kommentarboxen echt schlecht lesbar... :) daher möge man mir mögliche Rechtschreibfehler verzeihen ;)

aberwitz am 19.Aug 15  |  Permalink
Jo, solche Dinge finde ich auch total interessant.
Earthships kannte ich noch nicht. Aber im Prinzip sind es wahrscheinlich Niedrigenergie-Häuser weitergedacht. Total cool.
Ich hatte mal folgendes gesehen: http://green.wiwo.de/fisch-und-gemuesezucht-in-berlin-startup-baut-groesste-stadtfarm-europas/
Fand ich auch total genial. Quasi eine Maschine, die Essen aufzieht. Könnte man auch noch in so ein Haus einbauen :)