Donnerstag, 20. August 2015
Donnerstag, der 20. August 2015
Vor einiger Zeit hatte ich einen Artikel auf Welt Online gelesen (ja, ich schäme mich. Zu meiner Verteidigung kann ich aber anführen, dass ich zu der Zeit noch die taz als Ausgleich abonniert hatte), über den ich dann mehrere Tage nicht hinweg kam. Während ich so grübelte, kam blitzartig eine Erinnerung hoch.

Ich hatte als Junge ein Aufklärungsbuch geschenkt bekommen und damit gemacht, was wohl die meisten Jungs machen. Ich hatte es in den Schrank gestellt, wo es keiner sehen konnte, und bin Fussball spielen gegangen. Jahre später hatten es dann meine Schwestern gefunden und ich wurde so doch noch kurz und knapp über den Inhalt informiert. Es ging unter anderem um ein Mädchen, dass ihrem Geschlechtsteil einen Namen gegeben hatte.

Das schoss mir durch den Kopf, weil mir durch den Inhalt des Welt Online Artikels in den Sinn kam, dass man neben Körperteilen der unteren Region, denen man durchaus ein Eigenleben zugestehen kann, auch dem Gehirn einen Namen geben könnte. Da wären dann also Marco mit, sagen wir, DJ Bobo unten und Edward oben…

Einer jungen Frau (der Autorin des Artikels) war aufgefallen, dass alle Personen in Ihren Träumen keine Gesichter hatten. Und da wir Menschen meistens von uns auf andere schließen, hatte sie einen Artikel in folgendem Stil geschrieben: „Warum die Menschen in unseren Träumen keine Gesichter haben“.
Ich habe kurz überlegt und war mir eigentlich sicher, dass das nicht stimmen kann. Ich konnte mich in dem Moment aber auch an keinen Traum erinnern, in dem explizit Gesichter zu sehen waren.
Da es mich nicht losließ, stieg Edward mit ein und in den folgenden Nächten träumte ich fast ausschließlich von Gesichtern. Von sehr schönen Gesichtern mit wunderschönen Augen. Alles in einer Art Zeitlupe. Völlig abgefahren.
Die These war definitiv widerlegt und ich habe generell über das Träumen nachgedacht. Ich hatte schon so viele wunderbare Träume, in denen ich in fantastischen Gebäuden stand oder in denen Musik gespielt wurde, die ich noch nie gehört hatte. Einmal hatte ich von einem sehr abgefahrenen Brettspiel geträumt, dass ich mit Freunden gespielt habe. Und, um es nicht zu weiß zu malen, habe ich natürlich auch schon von „über 18“ Situationen geträumt.
Paul McCartney hatte von seinem Song „Yesterday“ geträumt, habe ich einmal gelesen.
Ich habe das Gefühl, dass Edward für all diese Dinge verantwortlich ist. Er ist aber auf uns angewiesen, denn er braucht Input, um sich entfalten zu können. Wenn wir uns nicht für Musik, Fotografie, Malerei, Menschen usw. interessieren, dann kann er nachts auch nicht arbeiten. Und evtl. träumen wir dann von gesichtslosen Menschen oder vielleicht sogar gar nicht.

Sollte das stimmen, könnte man auf eine ganz andere Idee der Motivation kommen. Du lernst nicht für Dich, sondern für Dich und Edward, der Dich dann in Deinen Träumen dafür belohnt. Und mit viel Glück kannst Du etwas aus den Träumen mitnehmen. Wie es Paul McCartney z.b. gemacht hat.